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Akkordeon-Orchester Veen

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Die Stammbesetzung des Akkordeonorchesters Veen traf sich jetzt im renommierten Tonstudio Keusgen in Rees-Haldern, um dort eine neue CD aufzunehmen. 27 Musiker waren dabei, für einige von ihnen war es das erste Mal.

 

Etwa 20 Minuten soll der Franzose Charles Trenet für die Komposition seiner Chanson "La Mer" auf einer Zugfahrt gebraucht haben. Und jene Reise, wie könnte es anders sein, führte ihn im Jahre 1946 entlang der südfranzösischen Küste. "La mer a berce mon coeur pour la vie" (Das Meer hat mein Herz ins Leben gewiegt) – der Text lässt nur erahnen, welche faszinierende Wirkung das Mittelmeer auf den Chansonniers ausgeübt haben muss. Und fast mit gleicher Leidenschaft spielte das Akkordeonorchester Veen dieses Lied jetzt im Tonstudio Keusgen in Haldern ein - eines von einer ganzen CD.

 

Zwei Tage lang wurde der Aufnahmeraum für die 27 Musiker eine Art Zuhause, und für drei Frauen war es gleichzeitig eine ganz neue Erfahrung. Ruth Secci, Liesel Terlinden und Sonja Kracht nahmen das erste Mal an einer Aufnahme in einem professionellen Studio teil. Schon beim ersten Lied merkten sie den Unterschied. "Die Akustik ist ganz anders als bei unseren Auftritten oder den Proben", sagt Ruth Seccin.

 

Gerade ist Pause. Alle Orchestermitglieder stehen an der frischen Luft und trinken einen Kaffee bei typischen niederrheinischen Herbstwetter. Die drei Damen stehen zusammen an einem Tisch und sprechen über ihre Eindrücke. "Es war ein wunderbares Gefühl, als wir das erste Lied geschafft hatten", erzählt Sonja Kracht. Die Xantenerin spielt schon "seit Ewigkeiten" Akkordeon, wie sie selbst sagt. Jetzt im Studio zu sein, sei aber schon eine besondere Erfahrung. "Es ist", sagt sie, "anders als auf der Bühne zu spielen." Hier müsse sie sich noch mehr konzentrieren, um keine Fehler zu machen. Ansonsten muss das komplette Orchester die Aufnahme wiederholen.

 

Ganz zufrieden waren die Frauen mit den ersten Stunden jedoch nicht. "Wir können und wollen uns noch steigern", sagen sie. So kritisch sieht es der Dirigent Hans-Theo Hackstein hingehen nicht. "Es läuft alles nach Plan", sagt er. Das ganze Jahr probt das Orchester schon für dieses Wochenende. Ein Lied bereitet Hackstein aber nach wie vor Sorgen: "Bohemian Rhapsody von Queen – da müssen wir nachher noch mal ran." Das sei sehr aufwendig und schwierig.

 

Es ist das zweite Mal, dass das Akkordeonorchester Veen die CD in Haldern aufnimmt und insgesamt das dritte Projekt. "Es läuft ähnlich wie in den vergangenen Jahren", sagt Vereinsvorsitzende Anne-Marie Welbers, "manches geht schneller und manches nicht." Für den richtigen Ton sorgen die Studiomitarbeiter. Hinter einer Scheibe im Aufnahmeraum sitzen Mediengestalter Matthias Höfkens und Studioleiter Klaus-Dieter Keusgen bei gedämpften Licht vor dem 42-Kanal-Mischpult, das aussieht wie die Kommandozentrale eines Raumschiffes. "Solche großen und aufwendigen Orchesteraufnahmen mit vielen Mikrofonen sind eine besondere Herausforderung und machen sehr viel Spaß", erzählt Keusgen. 27 Musiker sind dabei keine Seltenheit. Viele Orchester aus der Gegend nutzen sein Studio. Bis zu 45 Musiker gehen ohne Probleme. Danach wird es kritisch. Auch internationale Künstler wie die amerikanische Band "The Low Anthem" waren schon hier. "Manche Musiker kommen hier hin und wollen sich tagelang einschließen", erzählt Klaus-Dieter Keusgen. Da fehle es oft an den nötigen Vitaminen, um die Konzentration aufrecht zu erhalten.

 

Lob gab es deswegen für die gute Organisation des Akkordeonorchesters Veen. Die hatten sich nämlich um eine Grillpause gekümmert. Nach der Stärkung ging es aber direkt weiter.

 

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